Über das Traditionelle Taekwon-Do
Großmeister Kwon Jae-Hwa: Der Großmeister, der Taekwondo in Europa prägte

Hyong
Hyong (Formlauf) sind festgelegte Abfolgen von Bewegungen und Techniken im Taekwondo. Jede Form stellt eine simulierte Kampfsituation gegen imaginäre Gegner dar und vermittelt wichtige Grundlagen der Kampfkunst.
Durch das regelmäßige Üben der Hyong verbessern Schüler ihre Technik, Haltung, Atmung, Balance und Koordination. Hyong ist ein zentraler Bestandteil des traditionellen Taekwondo-Trainings und trägt entscheidend zur Entwicklung sowohl der körperlichen als auch geistigen Fähigkeiten bei.
Darüber hinaus verbinden die Formen die praktischen Aspekte der Selbstverteidigung mit der Philosophie und den Werten des Taekwondo, wie Respekt, Disziplin und Selbstverbesserung.
Die Disziplinen des Taekwon-Do

Kyekpa
Kyekpa (Bruchtest) ist eine wichtige Komponente des traditionellen Taekwondo. Dabei werden Materialien wie Holz, Ziegel oder Kieselsteine mit präzisen Schlägen und Tritten zerbrochen. Diese Übungen sind ein eindrucksvoller Beweis für Kraft, Technik und Konzentration.
Der Bruchtest ist nicht nur eine spannende Herausforderung im Taekwondo-Training, sondern auch ein sichtbarer Nachweis für die Fortschritte der Schüler. Er verdeutlicht, wie sich körperliche Stärke und mentale Disziplin im Training entwickeln und zu einer Einheit verbinden.

Chayu Taeryon
Chayu Taeryon (Freikampf/Sparring) ist ein zentraler Bestandteil des traditionellen Taekwondo. In einer kontrollierten Umgebung treten zwei Schüler gegeneinander an und wenden die zuvor erlernten Formen und Grundtechniken praktisch an.
Der Freikampf bietet eine realistische Möglichkeit, Kampfstrategien zu erproben, Reaktionen zu schulen und das Zusammenspiel von Technik, Timing und Distanzgefühl zu verbessern.
Chayu Taeryon ist ein dynamisches Trainingselement, das nicht nur die technische Präzision und die körperliche Fitness fördert, sondern auch die mentale Stärke und Selbstsicherheit entwickelt, die für die Meisterung der Kampfkunst notwendig sind.

Hosinsul
Hosinsul (Selbstverteidigung) ist ein zentraler Bestandteil des traditionellen Taekwondo-Trainings. Der Fokus liegt auf praktischen Techniken zur Abwehr von Angriffen, die direkt auf reale Bedrohungssituationen angewendet werden können.
Das Training umfasst eine Vielzahl an Techniken und Strategien, die den Schülern helfen, ihre Sicherheit zu stärken und Selbstvertrauen aufzubauen. Hosinsul vermittelt damit nicht nur lebenswichtige Fähigkeiten zur Selbstverteidigung, sondern auch einen bewussten Umgang mit Gefahrensituationen.
Es verbindet technische Präzision, körperliche Stärke und mentale Klarheit. Dadurch sind die Schüler optimal vorbereitet, wenn ihre eigene Sicherheit oder die anderer Menschen gefährdet ist.
Großmeister Kwon Jae-Hwa: Systemgründer
Großmeister Kwon Jae-Hwa ist ein südkoreanischer Taekwon-Do Meister, der maßgeblich zur Verbreitung dieser Kampfkunst in Deutschland und Europa beigetragen hat. In den 1960er Jahren zog er nach Deutschland und begann, das Traditionelle Taekwon-Do zu lehren. Er gründete zahlreiche Taekwondo-Schulen und spielte eine Schlüsselrolle bei der Einführung und Popularisierung des Taekwon-Do in Europa.
Großmeister Kwon Jae-Hwa ist nicht nur ein herausragender Kampfkünstler, sondern auch ein engagierter Lehrer und Autor. Er veröffentlichte mehrere Bücher über Taekwon-Do, die sowohl technische Anleitungen als auch philosophische und kulturelle Aspekte der Kampfkunst behandelten. Durch seine Arbeit hat er vielen Menschen das Taekwon-Do nähergebracht und seine Bedeutung als Kampfkunst und Lebensweg unterstrichen.
Sein Einfluss ist auch heute noch in der Taekwondo-Community spürbar, da viele seiner Schüler und deren Schüler weiterhin die Traditionen und Techniken weitergeben, die er in den Westen brachte.
Großmeister Kwon Jae-Hwa wurde unter der Anleitung von General Choi Hong Hi ausgebildet, dem Gründer des modernen Taekwon-Do. General Choi Hong Hi spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Formalisierung von Taekwon-Do als eigenständige Kampfkunst in den 1950er Jahren.
Großmeister Kwon Jae-Hwa war einer der Schüler, die von General Choi persönlich trainiert wurden. Durch diese Ausbildung erhielt Kwon eine tiefgehende Kenntnis und Verständnis von Taekwon-Do, was ihm ermöglichte, diese Kampfkunst effektiv in Europa zu verbreiten und ihre Prinzipien und Techniken zu lehren. Zusammen mit weiteren vier herausragenden Taekwon-Do Athleten wurde diese ausgesandt, um die Kampfkunst in Europa zu verbreiten. Insbesondere in Deutschland hielt sich Kwon Jae Hwa auf.
Heute lebt Großmeister Kwon in New York und hat sich zur Ruhe gesetzt, nachdem er seine Arbeit in Europa 2015 beendet hatte.


